Nach dem Krieg braucht es eine gemeinsame Ordnung

1.574
0

Russland in die EU und Nato aufnehmen? Solche Überlegungen mögen in diesen Kriegstagen weltfremd erscheinen, aber sie waren nicht immer abwegig. Und sie bleiben sinnvoll.

Jan Plamper ist Russlandexperte und Professor für Geschichte an der University of Limerick. Er war einer der Erstunterzeichner des Appells „Der Ukraine helfen, diesen Kriegswinter zu überstehen!“ im November 2022 und des Aufrufs zur Demonstration am 24. Februar 2023, „Das Ungeheuerliche nicht hinnehmen!“.

Erst die Annexion der Krim und der Krieg im Donbass 2014, dann die Angriffseskalation am 24. Februar 2022, in ihrer Folge die Kriegsverbrechen – die russische Schuldlast ist erdrückend. Ist es überhaupt angebracht, öffentlich Überlegungen zu einer Nachkriegsordnung anzustellen, die für Russland einen anderen Status als den eines auf lange Sicht geächteten Pariastaates vorsieht?

Auf den ersten Blick scheint es, als könnte es Verrat am ukrainischen Widerstand darstellen, über so etwas nachzudenken. Für eine solche Diskussion spricht jedoch, dass sie einen Teil der russischen Bevölkerung erreichen und damit kriegsstrategisch pro Ukraine wirksam werden könnte. Überlegungen hinter verschlossenen Türen, wie sie in westlichen Geheimdiensten, Thinktanks sowie ministeriellen Planungsstäben stattfinden, erreichen die Russinnen und Russen nicht. Wie aber in den westlichen Medien laut über die Zukunft nachgedacht wird, registrieren noch zweifelnde oder schon oppositionelle netzaffine Bürgerinnen und Bürger Russlands sehr wohl. Indem Wege zur Rückkehr in den Kreis „zivilisierter Länder“ vorgezeichnet werden, könnten sich mehr von ihnen von Wladimir Putin abwenden.

Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/2023-03/ukraine-krieg-russland-nachkriegsordnung-eu-nato

Lesen Sie auch:

Von der Leyen in Brasilien: Ja zu Mercosur – trotz Differenzen

Die EU hofft trotz Differenzen auf den Abschluss eines Handelsabkommens mit der südamerikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur bis Ende des Jahres. Dazu reiste Kommissionspräsidentin von der Leyen nun unter anderem nach Brasilien. Es herrscht reger Reisebetrieb zwischen Europa und Lateinamerika derzeit. In nur einem halben Jahr sind Bundespräsident und Bundeskanzler sowie sechs Minister in Brasilien zu Gast. […]

Mehr...

Macron und Putin sprechen erstmals seit zweieinhalb Jahren

Lange herrschte Funkstille zwischen Frankreichs Präsidenten und dem russischen Staatschef. Jetzt gab es einen ersten vorsichtigen Austausch. Neu waren Macrons Forderungen und Putins Argumente nicht. Weiter: https://www.spiegel.de/ausland/emmanuel-macron-und-wladimir-putin-sprechen-erstmals-seit-zweieinhalb-jahren-a-739edf70-7d2b-4fe2-ac10-83c6d5e82a2a

Mehr...

*** BILDplus Inhalt *** Reservebetrieb von zwei Akws – DAS kostet uns Habecks Atomstrom-Plan pro Tag

Das Ergebnis von Habecks Stresstest: Nichts Halbes, nichts Ganzes. Und das wird teuer.Foto: Kay Nietfeld/dpa, picture alliance / blickwinkel/L https://www.bild.de/bild-plus/geld/wirtschaft/politik-inland/reservebetrieb-von-zwei-akws-das-kostet-uns-habecks-atomstrom-plan-81243588.bild.html…

Mehr...

Impressum & AGB | DATENSCHUTZERKLÄRUNG
All Works and Words Copyright © 2026 Die Wahl