Nordkorea feuert wohl wieder Raketen ab

714
0

Auch nach dem Ende einer Militärübung Seouls mit Washington brechen die nordkoreanischen Waffentests offenbar nicht ab. Das beobachten Südkoreas Generalstab und Japans Küstenwache. Der Generalstab sprach von einer „ernsten Provokation“.

Nach Angaben des südkoreanischen Militärs setzt Nordkorea offenbar seine Raketenstarts fort. Die Regierung in Pjöngjang habe am Morgen aus der Provinz Nord-Hwanghae mindestens zwei ballistische Kurzstreckenraketen auf das offene Meer vor seiner Ostküste abgefeuert, teilte das südkoreanische Militär mit.

Die Raketen seien im Süden Nordkoreas abgeschossen worden und in Richtung Japanisches Meer (koreanisch: Ostmeer) geflogen, teilte der Generalstab in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul mit.

Die japanische Küstenwache teilte mit, sie glaube, dass beide Raketen außerhalb der exklusiven Wirtschaftszone Japans gelandet seien. Japanische Medien berichteten, die beiden Geschosse hätten eine unübliche Flugbahn beschrieben.

„Ernste Provokation“

Südkoreas Generalstab verurteilte den Raketentest als „ernste Provokation“, die den regionalen Frieden gefährde und Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen verletze. Die Geheimdienste der USA und Südkoreas würden sich die Details genauer anschauen, erklärten die Generäle.

Es handelte sich um den bereits siebten Raketentest des Landes in diesem Monat. Pjöngjang stellt diese unter anderem als Reaktion auf gemeinsame Militärmanöver von Seoul und Washington dar. Die Bündnispartner hatten am Donnerstag ein elftägiges Manöver beendet, setzen aber derzeit noch einige Geländeübungen fort.

USA und Südkorea verstärken Zusammenarbeit

Es wird erwartet, dass Nordkorea seine Waffentests auch vor dem Hintergrund der geplanten Entsendung eines US-Flugzeugträgers für weitere gemeinsame Manöver mit Südkorea fortsetzt. Nordkorea sieht die Übungen als Vorbereitung einer Invasion.

Machthaber Kim Jong Un rief dazu auf, die Waffenproduktion, einschließlich taktischer Nuklearwaffe, deutlich zu erhöhen. Vor dem Hintergrund dieser Drohungen verstärkten die USA und Südkorea ihre Zusammenarbeit zuletzt.

Kein Friedensabkommen in Sicht

Insgesamt hat Nordkorea in diesem Jahr bei elf Gelegenheiten mehr als 20 ballistische Raketen und Marschflugkörper in Richtung des Meeres abgefeuert. Die Strategie zielt darauf ab, die USA zu zwingen, Nordkorea den Status einer Atommacht zuzubilligen und aus einer Position der Stärke die Beseitigung von Sanktionen zu erreichen.

Unter anderem testete das Land in dem Zusammenhang in diesem Monat eine Interkontinentalrakete, um seine Fähigkeit zu unterstreichen, etwa die USA oder Südkorea treffen zu können. Jüngst vermeldete Pjöngjang auch den Test einer demnach atomwaffenfähigen Unterwasserdrohne.

Das international abgeschottete Nordkorea baut seit Jahren sein Waffenprogramm aus und unterliegt deshalb internationalen Sanktionen. Südkorea und Nordkorea haben bis heute kein Friedensabkommen geschlossen. Alle Versuche der westlichen Diplomatie der vergangenen Jahre, den gefährlichen Konflikt beizulegen, sind bislang gescheitert.

Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/asien/nordkorea-raketentest-315.html

Lesen Sie auch:

Liefert Lukaschenko den Russen bald chinesische Waffen?

China hat in dieser Woche den Gewaltherrscher von Belarus, Alexander Lukaschenko, empfangen. Warum eigentlich? Wollte Xi Jinping nur mal dem Westen eine Nase drehen? Oder wurde bei dem Treffen ein Trick besprochen: Waffenlieferungen aus China nach Russland – via Belarus? Geheimdienste sind alarmiert, auch die belarussische Opposition warnt. Xi Jinping begrüßte den aus dem fernen […]

Mehr...

Cyberangriff auf Mediengruppe – Zeitungen mit Notausgaben

Nach einem Cyberangriff beim hauseigenen IT-Dienstleister der «Rheinischen Post Mediengruppe» sind am Montag Notausgaben der betroffenen Zeitungen erschienen. Leider könne man die gedruckte und die digitale Ausgabe nicht in der gewohnten Struktur anbieten, stand auf dem Titel der «Rheinischen Post». Nach aktuellem Stand seien keine Daten entwendet worden, hieß es weiter. Das gilt demnach auch für die […]

Mehr...

Menschen in Charkiws Metro: Die Angst vor dem Leben da oben

Wochenlang haben unzählige Menschen in Charkiws Metrostationen Schutz gesucht. Nach dem Rückzug der Russen soll die Bahn wieder fahren. Doch manche haben Angst vor dem, was sie draußen erwarten könnte. Von A. Beer. mehr Meldung bei www.tagesschau.de lesen https://www.tagesschau.de/ausland/europa/charkiw-metro-101.html

Mehr...
All Works and Words Copyright © 2019 Die Wahl