Nach dem Krieg braucht es eine gemeinsame Ordnung

1.545
0

Russland in die EU und Nato aufnehmen? Solche Überlegungen mögen in diesen Kriegstagen weltfremd erscheinen, aber sie waren nicht immer abwegig. Und sie bleiben sinnvoll.

Jan Plamper ist Russlandexperte und Professor für Geschichte an der University of Limerick. Er war einer der Erstunterzeichner des Appells „Der Ukraine helfen, diesen Kriegswinter zu überstehen!“ im November 2022 und des Aufrufs zur Demonstration am 24. Februar 2023, „Das Ungeheuerliche nicht hinnehmen!“.

Erst die Annexion der Krim und der Krieg im Donbass 2014, dann die Angriffseskalation am 24. Februar 2022, in ihrer Folge die Kriegsverbrechen – die russische Schuldlast ist erdrückend. Ist es überhaupt angebracht, öffentlich Überlegungen zu einer Nachkriegsordnung anzustellen, die für Russland einen anderen Status als den eines auf lange Sicht geächteten Pariastaates vorsieht?

Auf den ersten Blick scheint es, als könnte es Verrat am ukrainischen Widerstand darstellen, über so etwas nachzudenken. Für eine solche Diskussion spricht jedoch, dass sie einen Teil der russischen Bevölkerung erreichen und damit kriegsstrategisch pro Ukraine wirksam werden könnte. Überlegungen hinter verschlossenen Türen, wie sie in westlichen Geheimdiensten, Thinktanks sowie ministeriellen Planungsstäben stattfinden, erreichen die Russinnen und Russen nicht. Wie aber in den westlichen Medien laut über die Zukunft nachgedacht wird, registrieren noch zweifelnde oder schon oppositionelle netzaffine Bürgerinnen und Bürger Russlands sehr wohl. Indem Wege zur Rückkehr in den Kreis „zivilisierter Länder“ vorgezeichnet werden, könnten sich mehr von ihnen von Wladimir Putin abwenden.

Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/2023-03/ukraine-krieg-russland-nachkriegsordnung-eu-nato

Lesen Sie auch:

Ruinen aus Bronzezeit: Versunkene Stadt im Irak ausgegraben

Das Wasser hat sie freigegeben: Ruinen einer bronzezeitlichen Stadt im Nordirak, die sonst vom Mosul-Stausee überflutet sind. Kurdische und deutsche Archäologen haben sie untersucht und wertvolle Entdeckungen gemacht. mehr Meldung bei www.tagesschau.de lesen https://www.tagesschau.de/ausland/asien/stausee-mosul-irak-101.html

Mehr...

Tote und Verletzte nach „massivem Raketenangriff“ im Süden der Ukraine

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben neue Luftangriffe auf Kiew abgewehrt. In Krywyj Rih im Süden des Landes sollen russische Raketen mehrere zivile Gebäude getroffen haben. Die Behörden berichten dort von Toten und Verletzten. Mehr im Liveticker. Die Ukraine hat in der Nacht zum Dienstag erneut russische Luftangriffe gemeldet. In der Großstadt Krywyj Rih im […]

Mehr...

74 Zeugen, Hunderte Hinweise zu Kriegsverbrechen

Ermittler des Bundeskriminalamts haben bislang mehr als 70 Zeugen zu möglichen Kriegsverbrechen in der Ukraine vernommen. Bis aber Verantwortliche tatsächlich zur Rechenschaft gezogen werden können, dürften Jahre vergehen. Es sind nicht nur Waffen, Munition und humanitäre Hilfsgüter, mit denen Deutschland die Ukraine unterstützt. Auch die ukrainischen Kriminalisten erhalten Hilfe, etwa bei den Ermittlungen zu Kriegsverbrechen. […]

Mehr...

Impressum & AGB | DATENSCHUTZERKLÄRUNG
All Works and Words Copyright © 2026 Die Wahl