Schätzung der US-Geheimdienste: Mehr als 20.000 Russen seit Dezember bei Bachmut getötet

694
0

In den vergangenen fünf Monaten sind nach US-Informationen Tausende russische Soldaten bei Kämpfen um Bachmut verletzt oder getötet worden. Trotz der hohen Verluste habe Moskau dabei kein »strategisch wichtiges Territorium« erobert.

Bei Kämpfen um die ostukrainische Stadt Bachmut sind nach Schätzung von US-Geheimdiensten auf russischer Seite allein seit Dezember mehr als 20.000 Soldaten getötet worden. Bei etwa der Hälfte von ihnen handle es sich um Soldaten der russischen Söldnertruppe Wagner. Das sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby, in Washington. Die meisten von ihnen seien russische Strafgefangene gewesen, die ohne ausreichende Kampf- oder Gefechtsausbildung in den Krieg geschickt worden seien. Angaben zu den Opferzahlen der ukrainischen Streitkräfte machte er nicht.

US-Generalstabschef Mark Milley hatte im November von weit mehr als 100.000 getöteten oder verwundeten russischen Soldaten in den ersten acht Kriegsmonaten berichtet. Das Gleiche gelte wahrscheinlich für die ukrainische Seite, sagte er damals in New York. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Zahlen nicht.

Bachmut seit Monaten umkämpft

Russland kontrolliert nach seinem Einmarsch vor über 14 Monaten einschließlich der bereits 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim beinahe ein Fünftel des ukrainischen Staatsgebiets. Die östliche Stadt Bachmut wird seit Monaten gemeinsam von der russischen Armee und der Wagner-Truppe angegriffen. Inzwischen kontrollieren die Angreifer nach eigenen Angaben rund 85 Prozent des Stadtgebietes.

»Russlands Versuch einer Offensive im Donbass, weitgehend über Bachmut, ist gescheitert«, sagte Kirby dagegen. »Russland ist es nicht gelungen, wirklich strategisch wichtiges Territorium zu erobern.« Eine Eroberung Bachmuts werde den Verlauf des Kriegs nicht zugunsten Russlands ändern.

»Für Russland sind diese Bemühungen, vor allem in Bachmut, mit einem sehr, sehr hohen Preis verbunden«, sagte Kirby. Russlands Waffenvorräte und Truppen seien erschöpft, die ukrainische Verteidigung in den Gebieten um Bachmut bleibe hingegen weiterhin stark.

Quelle: https://www.spiegel.de/ausland/us-geheimdienste-mehr-als-20-000-russen-seit-dezember-in-ukraine-getoetet-a-80dfa023-f6e8-4c51-a6e4-eb6190fa7af1

Lesen Sie auch:

Krieg in den sozialen Medien: Erst denken, dann teilen

Rund um den Ukraine-Krieg kursieren in sozialen Medien neben vertrauenswürdigen Inhalten auch viele Gerüchte sowie nicht verifizierte Bilder und Videos. Worauf ist zu achten, um nicht auf mögliche Desinformation hereinzufallen? mehr Meldung bei www.tagesschau.de lesen https://www.tagesschau.de/faktenfinder/fakenews-erkennen-101.html

Mehr...

UN zu AKW-Angriff: „Knapp einer nuklearen Katastrophe entgangen“

Der Beschuss der ukrainischen Atomanlage Saporischschja hat bei den UN und den G7-Außenministern große Besorgnis ausgelöst. Im Sicherheitsrat wurde Russland verantwortlich gemacht. Moskaus Vertreter sprach dagegen von ukrainischer Sabotage. mehr Meldung bei www.tagesschau.de lesen https://www.tagesschau.de/ausland/europa/angriff-akw-ukraine-g7-un-101.html

Mehr...

Geplatzter U-Boot-Deal: Australien entschädigt französischen Konzern

Im Herbst bahnte sich ein handfestes Zerwürfnis zwischen Frankreich und Australien an: Die Regierung in Canberra hatte Knall auf Fall einen U-Boot-Deal storniert. 555 Millionen Euro Entschädigung sollen den Streit nun beilegen. mehr Meldung bei www.tagesschau.de lesen https://www.tagesschau.de/ausland/australien-frankreich-u-boot-streit-entschaedigung-101.html

Mehr...
All Works and Words Copyright © 2019 Die Wahl