Im Wert von zwei Milliarden Euro: EU-Außenminister billigen neues Munitionspaket für die Ukraine

799
0
Die Ukraine versucht derzeit, die russischen Truppen im Osten des Landes zurückzuschlagen – unter hohem Materialeinsatz. Die EU will nun mit einer Großlieferung Kiews Feuerkraft sichern.

Die Ukraine kann in ihrem Kampf gegen Russlands Aggression auf weitere Unterstützung aus der EU hoffen. Wie die Außenministerinnen und -minister der Mitgliedstaaten bei einem Treffen in Brüssel vereinbarten, soll das Land in den kommenden zwölf Monaten eine Million neue Artilleriegeschosse erhalten. Das berichten Nachrichtenagenturen übereinstimmend unter Berufung auf Diplomatenkreise.

Um die Kosten gerecht zu verteilen, werden den Planungen zufolge rund zwei Milliarden Euro an EU-Mitteln mobilisiert. Die Lieferung ist demnach grundsätzlich beschlossen, am Nachmittag sollen auch die EU-Verteidigungsminister dem Beschluss noch zustimmen. Am Donnerstag soll das Munitionspaket beim EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs dann abschließend gebilligt werden.

Laut Angaben von Verteidigungsminister Boris Pistorius soll die zusätzliche Munition über bestehende nationale Rahmenverträge, aber auch über ein neues europäisches Beschaffungsprojekt gekauft werden. »Wir bündeln damit Europas Marktmacht«, sagte der SPD-Politiker. »Das hat es in der Form noch nicht gegeben.« Es habe absolute Priorität, dass noch in diesem Jahr Munition in nennenswerter Menge geliefert werde.

Hintergrund der neuen Pläne sind Sorgen, dass der Ukraine in der nächsten Zeit wichtige Munition fehlen könnte. Dabei geht es insbesondere um Artilleriegeschosse im Kaliber 155 mm. Auch auf russischer Seite hatte es in den vergangenen Wochen vermehrt Berichte über Engpässe gegeben.

Die EU-Kommission und der Außenbeauftragte Josep Borrell hatten deshalb kürzlich einen Plan vorgelegt, wie mögliche Lieferungen beschleunigt werden könnten.

Von den zwei Milliarden Euro soll eine Milliarde für Rückerstattungen an jene Mitgliedstaaten genutzt werden, die zügig aus ihren eigenen Beständen an das von Russland angegriffene Land liefern. Die zweite Milliarde soll gemeinsame Beschaffungsprojekte voranbringen. Die Idee ist, dass durch Sammelbestellungen Preise gedrückt und Bestellungen beschleunigt werden. Borrell hatte dabei zunächst Beschaffungen über die Europäische Verteidigungsagentur (EDA) angeregt.

Quelle: https://www.spiegel.de/ausland/ukrainekrieg-eu-aussenminister-bringen-neues-munitionspaket-auf-den-weg-a-8f5f3be0-6b6e-4054-acff-eb593df2b1f1

Lesen Sie auch:

Getreide-Frachter aus Ukraine in Istanbul erwartet

Die Route ist gefährlich, die Aufmerksamkeit groß: Ein mit ukrainischem Getreide beladener Frachter ist auf dem Weg in die Türkei. Der ukrainische Präsident Selenskyi zeigte sich optimistisch, dass weitere Exporte folgen. mehr Meldung bei www.tagesschau.de lesen https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-getreide-115.html

Mehr...

Ministerpräsidentenkonferenz berät über Corona-Lage

Die Corona-Inzidenz steigt und steigt – trotzdem sollen schon bald fast alle Maßnahmen fallen. Eine heikle Situation, über die heute die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten mit Kanzler Scholz beraten. Von Uwe Jahn. mehr Meldung bei www.tagesschau.de lesen https://www.tagesschau.de/inland/impfpflicht-bundestag-105.html

Mehr...

Kosten für Bürgergeld-Empfänger – Krankenkassen klagen gegen den Bund

Die gesetzlichen Krankenkassen wollen den Bund verklagen, weil der die Behandlungskosten von Bürgergeldempfängern nicht finanziert. Für die Krankenversicherung von Menschen mit Bürgergeldbezug bleibe „der Bund den gesetzlichen Krankenkassen Jahr für Jahr rund zehn Milliarden Euro schuldig“, erklärte der GKV-Spitzenverband. Diese Unterfinanzierung sei rechtswidrig. Weiter: https://www.deutschlandfunk.de/krankenkassen-klagen-gegen-den-bund-114.html

Mehr...
All Works and Words Copyright © 2019 Die Wahl