Großbrand im Berliner Grunewald: Spezialtechnik vor Ort – Avus weiter gesperrt

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Im Berliner Grunewald ist ein Polizei-Sprengplatz in Flammen aufgegangen. Teile des Waldes brennen – die Feuerwehr hat große Probleme beim Löschen.Seit den frühen Morgenstunden des Donnerstags kämpfen Feuerwehrleute in Berlin gegen einen Waldbrand. Auf einem Sprengplatz in Nikolassee sind eine Lagerstätte für Fundmunition der Polizei Berlin und auch der Grunewald durch eine Explosion in Brand geraten. Rund 25 Tonnen Kampfmittel und Feuerwerkskörper sind auf dem Sprengplatz gelagert.Die Feuerwehr ist mit rund 150 Kräften vor Ort und wird von mehr als 500 Polizisten unterstützt. Spezialtechnik in Form von drei ferngesteuerten Robotern und gepanzerten Fahrzeugen, die löschen könnten, kommt zum Einsatz. Wegen anhaltender Explosionen konnte die Feuerwehr stundenlang nicht mit dem Löschen beginnen.8.10 Uhr: Feuerwehr: „Nahezu alles anfahren lassen, was es an Technik in Deutschland gibt“Die Berliner Feuerwehr hofft darauf, die Sperrungen der Avus und des Bahnverkehrs im Laufe des Freitags wieder aufheben zu können. Das sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein am Morgen im rbb. Diese Aufhebung hänge von den Erkenntnissen ab, die man durch das Spezialgerät von der Lage am Sprengplatz gewinne. „Wir haben nahezu alles anfahren lassen, was es an Technik in Deutschland gibt“, so der Feuerwehrsprecher.In Bezug auf Löscharbeiten außerhalb des Sprengplatzes sagte Kirstein: „Wir sind in der Nacht sehr gut vorangekommen.“ Dafür seien Feuerwehrleute in den Sperrkreis eingedrungen, um zu löschen. Das sei eine Gefahr, aber in Absprache mit dem Sprengmeister sei das möglich gewesen.Der Grundschutz der Hauptstadt sei unterdessen weiter gewährleistet. „Das ist bisher sehr gut gelungen“, sagte Thomas Kirstein, Sprecher der Berliner Feuerwehr, am Freitagmorgen. Es habe zwischenzeitlich auch andere größere Einsätze der Hauptstadt-Feuerwehr gegeben, unter anderem einen Brand in einem Wohnhaus.6.40 Uhr: Avus Freitagmorgen weiter gesperrt – auch Zugverkehr noch betroffenWegen des Großbrandes bleibt die Autobahn Avus im Südwesten Berlins zunächst gesperrt. Nach Angaben der Verkehrsinformationszentrale Berlin gilt die Sperrung in beiden Richtungen zwischen Autobahndreieck Funkturm und Autobahnkreuz Zehlendorf.Auch der Zugverkehr sei von den Verkehrseinschränkungen weiter betroffen, sagte ein Sprecher der Berliner Feuerwehr am Freitagmorgen.In einer ersten Lagebesprechung um 7 Uhr soll das weitere Vorgehen besprochen werden.6.30 Uhr: Feuer noch im Sperrkreis – erste Löscharbeiten in SicherheitszoneDas Feuer im Berliner Grunewald hat sich in der Nacht zum Freitag nicht über den Sperrkreis hinaus ausgebreitet. „Die Brände konnten innerhalb der Ringstellung gehalten werden“, teilte die Feuerwehr am Freitagmorgen auf Twitter mit. In der Nacht sei weitere Spezialtechnik eingetroffen, die bei der Erkundung der Sperrzone helfen könne. Details nannte die Feuerwehr zunächst nicht.Die Einsatzkräfte hatten am Donnerstag rund um den Sprengplatz, auf dem das Feuer ausgebrochen war, einen Sperrkreis von rund 1.000 Metern gezogen. Am späten Donnerstagnachmittag gab es innerhalb der Sicherheitszone die ersten Löscharbeiten. Einsatzkräfte hatten die angrenzenden Waldgebiete bewässert, um ein Ausbreiten der Flammen zu erschweren.22.30 Uhr: Feuerwehr: Einige Gebäude brannten schon frühDie Ursache für den Brand im Grunewald ist nach Angaben der Berliner Feuerwehr nach wie vor unklar. „Das war heute hier großes Thema: Wie kann es dazu kommen?“, sagte der Sprecher der Berliner Feuerwehr, Thomas Kirstein, am Donnerstagabend in einer rbb-Sondersendung zum Großbrand im Südwesten Berlins. Kirstein wies darauf hin, dass auf dem Sprengplatz im Grunewald bereits mehrere Gebäude „in Vollbrand“ gestanden hätten, als die Feuerwehr am frühen Morgen dort eingetroffen sei.Die Ursachenermittlung übernehme aber die Polizei. „Wir haben heute mehrere Gespräche auch mit den Sprengmeistern gehabt“, so der Feuerwehrsprecher. „Die ermitteln da auch gemeinsam mit dem LKA in alle Richtungen, die sind natürlich auch daran interessiert, wie es dazu kommen konnte.“Berliner Sprengplatz in Flammen: Wieso die Polizei das Waldbrandrisiko im Grunewald nie lösen konnte21.20 Uhr: Avus bleibt bis Freitagmorgen gesperrtWegen des Brandes im Berliner Grunewald bleibt die Autobahn Avus im Südwesten Berlins bis mindestens Freitagmorgen, 6 Uhr, gesperrt. Das sagte der Sprecher der Berliner Feuerwehr, Thomas Kirstein, am Donnerstagabend. Auch im Bahn- und S-Bahnverkehr sei weiter mit Einschränkungen zu rechnen. Gegenüber dem RBB zeigte sich Kirstein aber überzeugt, dass das Feuer die Autobahn nicht erreichen werde. Einen Nachteinsatz für die Kameraden schloss er hingegen nicht aus. Wie die Verkehrsinformationszentrale (VIZ) auf Twitter mitteilte, hofft die S-Bahn Berlin, dass die Grunewaldstrecke der S7 am Freitagmorgen wieder freigegeben werden könne. Noch bis 6 Uhr ist der Zugverkehr zwischen Grunewald und Wannsee aber unterbrochen. Als Umfahrungsmöglichkeit wird die S1 zwischen Friedrichstraße und Wannsee empfohlen. Zwischen Wannsee und Potsdam fahren die Züge der Linie S7 außerdem nur im 20-Minuten-Takt.Einschränkungen gibt es weiterhin auch im Regional- und Fernverkehr. So bleibt die Strecke zwischen Berlin Hauptbahnhof und Potsdam gesperrt. Einzelne Züge im Fernverkehr müssen nach Angaben der Deutschen Bahn umgeleitet werden und können nicht in Berlin-Wannsee und Potsdam Hauptbahnhof halten. Der Brand im Grunewald war am Donnerstagmorgen ausgebrochen und hatte sich im Laufe des Tages ausgeweitet.19.30 Uhr: Wieder Explosionen: Spezialroboter bricht Einsatz abAuf dem Sprengplatz der Polizei ist es am frühen Abend erneut zu Explosionen gekommen. Sie seien auch in 1,2 Kilometer Entfernung gut zu hören gewesen, sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein der Deutschen Presse-Agentur. Die Detonationen seien bemerkt worden, während ein Spezialroboter der Bundeswehr den Sprengplatz erkunden sollte. Der Einsatz sei deshalb abgebrochen worden. Auch anschließend habe es noch mehrere Detonationen gegeben.Die Löscharbeiten innerhalb der Sicherheitszone rund um den Sprengplatz, mit denen die Feuerwehr am späten Nachmittag begonnen hatte, gingen dagegen weiter, sagte Kirstein.19.10 Uhr: Umweltsenatorin Jarasch fordert Konsequenzen aus WaldbrändenBerlins Umweltsenatorin Bettina Jarasch hat Konsequenzen aus der Zunahme von Waldbränden gefordert. Deren Zahl sei in den vergangenen Jahren bundes- und europaweit gestiegen, sagte die Grünen-Politikerin am Donnerstag nach einem Besuch im Berliner Grunewald. „Das hat natürlich mit dem Klimawandel zu tun – nicht dieser Brand wohlgemerkt, aber die Zunahme insgesamt“, sagte Jarasch. „Und darauf müssen wir uns einstellen.“Katastrophen- und Bevölkerungsschutz müssten einen höheren Stellenwert bekommen, aber auch die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Forsten, die in Berlin zum Glück schon sehr gut sei. „Und wir müssen den Wald umbauen zu einem Mischwald, der mehr Feuchtigkeit speichert und nicht so leicht in Brand gerät, wie es reine Nadelwälder tun“, sagte Jarasch.Jarasch sagte, es sehe derzeit so aus, als könne es gelingen, das Feuer im Grunewald einzuhegen. Das besondere Problem sei in diesem Fall aber, dass die Löscharbeiten durch die herumliegende Munition erschwert würden.18.42 Uhr: Schaden im Grunewald laut Forstamt noch nicht abschätzbarDer Umfang des Schadens im Berliner Grunewald durch den Brand und die Explosionen auf dem Sprengplatz der Polizei sind für Forstamtsleiter Gunnar Heyne noch nicht abzuschätzen. Die Zusammensetzung des Waldes sei dort aber etwas anders als etwa in Brandenburg, sagte er am Donnerstag im rbb-Inforadio. „Wir haben da zwar auch Kiefer, aber mit sehr viel Laubholz im Unterstand und frischeren Böden, sodass sich das Feuer, ich hoffe es zumindest, nicht so schnell ausbreitet.“Informationen dazu, wie es zu den Explosionen auf dem Sprengplatz gekommen sei, habe er nicht. Heyne sagte, es könne es sich aber nur um einen unvorhergesehenen Unfall handeln. „Bisher ist das noch nie vorgekommen“, so der Leiter der Berliner Forsten.18 Uhr: Waldbrand wächst auf 50 Hektar – Löscharbeiten haben begonnenDie Feuerwehr hat mit Löscharbeiten innerhalb der Sicherheitszone rund um den Sprengplatz im Grunewald begonnen. Das sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein am späten Donnerstagnachmittag. „Der Sperrkreis von 1.000 Metern bleibt bestehen. Aber es ist möglich, dass wir als Feuerwehr jetzt in gewissen Bereichen bis auf 500 Meter tätig werden können“, sagte Kirstein. „Das heißt, die Löscharbeiten sind zum Teil schon angelaufen.“ Das Löschwasser sei im Vorfeld schon bereitgestellt worden.“Jede Minute, die wir keine Detonationen hören oder auf dem Sprengplatz etwas passiert, ist eine gute Zeit für uns“, sagte Kirstein. Die Bundeswehr unterstütze die Feuerwehr, indem sie Schneisen im Wald anlege, von denen aus dann Löscharbeiten möglich seien. „Es ist davon auszugehen, dass das Feuer nicht über den 1.000-Meter-Sperrkreis hinweggeht“, so der Feuerwehrsprecher.“Wir haben die Fläche jetzt neu definiert: Es sind rund 50 Hektar betroffen“, erklärte Kirstein. „Die brennen nicht alle komplett, die sind zum Teil nur verraucht.“ Die Fläche habe sich seit den frühen Morgenstunden aber deutlich ausgeweitet. „Wir sind jetzt aber guter Dinge“, sagte Kirstein. „Wir haben eine unabhängige Löschversorgung, die uns heute in den Abendstunden massiv nach vorne bringen wird.“Die Einsatzkräfte seien seit mehr als zwölf Stunden vor Ort. „Sie werden jetzt zum Abend ausgetauscht“, sagte Kirstein. „Die Nachtschicht wird frisch hier herkommen. Wir gehen davon aus, dass wir mindestens bis in die späten Abendstunden hier tätig sein werden, wenn nicht sogar die ganze Nacht.“17.40 Uhr: CDU fordert Schließung des Sprengplatzes im GrunewaldDie CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus hat sich dafür ausgesprochen, den Sprengplatz der Berliner Polizei im Grunewald zu schließen. „Dieser hoch gefährliche explosive Ort hat nichts in einem Naherholungsgebiet zu suchen“, teilte die Fraktion am Donnerstag mit.Und weiter: „Mit dem Land Brandenburg sollten Gespräche geführt werden, Kampfmittelbeseitigung und notwendige Sprengungen länderübergreifend auf dem Brandenburger Sprengplatz in Kummersdorf-Gut zu konzentrieren.“Die CDU-Fraktion wies darauf hin, sie habe sich bereits 2004 für die Schließung des Sprengplatzes eingesetzt. „Doch leider wurden unsere Antragsinitiativen von der SPD-Linken-Koalition abgelehnt.“ Nun müsse die Aufklärungsarbeit beginnen, etwa zur Menge der Munition, zur Art der offensichtlich nicht ausreichenden Sicherung, zur Lagerung und Bewachung. „Warum werden solche hochexplosiven Materialien nicht sicher in Bunkeranlagen gelagert, so dass von ihnen keine Gefahren ausgehen können?“Innensenatorin Iris Spranger (SPD) habe die Pflicht zu unverzüglicher Aufklärung und Transparenz. „Eine Sondersitzung des Innenausschusses zu Aufklärung und Konsequenzen im Sommer halten wir für notwendig und beantragen einen dementsprechenden Beratungspunkt.“17.10 Uhr: Feuerwehr rechnet mit Einsatz bis FreitagDie Berliner Feuerwehr geht davon aus, dass der Brand im Grunewald bis Freitag anhalten wird. „Wenn man hier eine vorsichtige Einschätzung vornimmt und wenn man das realistisch analysiert, die Lage, sieht es so aus, dass wir schon damit rechnen, dass die Lage mindestens auch noch in den frühen Morgenstunden nicht beendet sein wird. Sich über die Nacht zieht“, sagte James Klein vom Pressedienst der Feuerwehr am Donnerstagnachmittag.Der Brand breite sich innerhalb des Sperrkreises der Feuerwehr nach Südwesten aus. „Wir hatten zuerst ein Feuer am Sprengplatz, das hat sich auf drei, vier Feuer erweitert“, sagte Klein. „Wenn man jetzt sich die Drohnen- und Hubschrauberbilder anguckt, haben wir da mehrere Glutnester, die noch zu den drei, vier dazugekommen sind. Das Feuer bewegt sich in den Südwesten (…) und da sind überall kleinere Glutnester.“ Die Riegelstellung, eine Löschblockade, die das Feuer bremsen soll, könne aber gehalten werden. „Da ist das Feuer noch nicht rübergekommen.“16.50 Uhr: Experte: Kleinste Erschütterung könnte zur Explosion führenDer Waldbrand im Südwesten Berlins hält die Einsatzkräfte in Atem. Weil auf dem betroffenen Sprengplatz der Polizei immer wieder Detonationen zu hören sind, sind Löscharbeiten kaum möglich.Lars Winkelsdorf, Waffensachverständiger und Journalist, kennt sich mit Sprengstoff aus. Im Gespräch mit t-online warnt er vor den verheerenden Folgen des Brandes.16.25 Uhr: Feuer läuft Richtung Avus – Feuerwehr erwartet AusweitungDie Berliner Feuerwehr stellt sich darauf ein, dass sich der Brand im Grunewald ausweitet. „Wir haben feststellen müssen, dass das Feuer im Sperrkreis weitergelaufen ist“, sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein. „Wir haben gesehen, dass das Feuer schon in Richtung Avus läuft. Damit ist jetzt zu rechnen in den nächsten Stunden.“ Es sei davon auszugehen, dass der Brand sich noch ausweite und auch die Rauchentwicklung zunehme.“Wir sind mit Kräften weiter vorgerückt, aber das ist ein Tropfen auf dem heißen Stein“, sagte Kirstein. Es gehe darum, den Sperrkreis um den Sprengplatz der Berliner Polizei verkleinern zu können, sodass die Feuerwehr zum Löschen näher an ihn herankommen könne. Bisher gilt ein Sicherheitsradius von 1.000 Metern. Die Bundeswehr unterstütze die Feuerwehr, etwa indem sie Schneisen in die Waldfläche ziehe, sagte Landesbranddirektor Karsten Homrighausen. Das biete der Feuerwehr mehr Bewegungsmöglichkeiten und verbessere die Chancen der Brandbekämpfung.“Wir haben im Augenblick 250 Kräfte“, sagte der Landesbrandmeister. Einige davon seien noch auf der Anfahrt zum Brandort. Berliner Feuerwehr, Polizei und Bundeswehr seien dabei gemeinsam im Einsatz.15.50 Uhr: Dieser Roboter erkundet den brennenden GrunewaldUm den Brand im Berliner Grunewald unter Kontrolle zu bringen, wird die Bundeswehr eingesetzt. Die hat einen Roboter in das Gefahrengebiet geschickt. Das ferngesteuerte Fahrzeug trägt den Namen „Manipulationsfahrzeug tEODor“ (telerob Explosive Ordnance Disposal and observation robot).Hinter dem komplizierten Akronym steckt ein technisches Allzweckfahrzeug. Lesen Sie hier, wie der Roboter den Berliner Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit helfen kann. 15.05 Uhr: Giffey: „Ereignis ist in Berliner Nachkriegsgeschichte einmalig“Berlins regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) ist am Nachmittag am Brandort eingetroffen, um sich ein Bild von der Lage zu verschaffen. Bei dem Großbrand handle es sich um ein Ereignis, das in der Nachkriegsgeschichte Berlins einmalig sei. Sie dankte den zahlreichen Einsatzkräften für ihre Arbeit.Sie sieht trotz des anhaltenden Brandes im Grunewald keine Notwendigkeit für Evakuierungen. „Es gibt keine Notwendigkeit für eine Evakuierung von Bevölkerung“, so Giffey weiter. „Das haben wir in Brandenburg ja anders erlebt, wo ganze Dörfer evakuiert werden mussten. Das ist hier nicht der Fall, weil hier im Umkreis von zwei Kilometern niemand wohnt.“Giffey kündigte außerdem an, über den Standort des Sprengplatzes der Berliner Polizei reden zu wollen. „Wir müssen uns darüber Gedanken machen, wie wir in Zukunft mit diesem Sprengplatz umgehen und ob auf Berliner Stadtgebiet ein solcher Ort der richtige ist“, sagte die SPD-Politikerin.Sie werde auch mit Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) über die Möglichkeiten für eine Kooperation in der Metropolregion sprechen. „Das muss man bereden“, sagte Giffey. „Im Moment bin ich sehr froh, dass hier keine Wohnbebauung im näheren Umfeld ist und wir niemandem evakuieren müssen.“Der Sprengplatz sei seit vielen Jahren im Grunewald, sagte die Regierende Bürgermeisterin. „Er ist der einzige auf Berliner Territorium in dieser Form.“ Er liege im Wald, nicht in einem Wohngebiet. „Insofern ist das eine Situation, die jetzt, wie wir sie bewerten können, die Lage noch eher entspannt.“ Warum der Sprengplatz trotz langer Diskussionen in der Vergangenheit noch immer im Grunewald liegt, lesen Sie hier. 13.55 Uhr: Brand könnte Feuerwehr noch Tage beschäftigenDie Berliner Feuerwehr stellt sich bei der Bekämpfung des Brandes im Grunewald auf einen langen Einsatz ein. Der Brand werde die Einsatzkräfte möglicherweise noch die nächsten Tage beschäftigen, sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein am Donnerstag. „Aber wir werden das Feuer löschen.“Was im Grunewald bisher geschah:Giffey unterbricht Urlaub für OrtsbesuchInnensenatorin Iris Spranger (SPD) sieht die Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner rund um den Grunewald gewährleistet. „Was für mich wichtig ist: Dass die Sicherheit der Berlinerinnen und Berliner nicht gefährdet ist und das ist hier gegeben“, sagte sie am Donnerstag am Ort des Einsatzes.Es gebe keinerlei toxische Gegenstände, von denen eine Gefahr ausgehen könnte. „Insofern kann ich Sie jetzt erstmal beruhigen.“ Der Sicherheitsradius von rund einem Kilometer sei auch mit Blick auf die Anwohnerinnen und Anwohner gezogen worden.Spranger bedankte sich bei den Einsatzkräften von Feuerwehr, Polizei und Bundeswehr. Schon im vergangenen Herbst sei die Waldgegend von leicht brennbaren Materialien wie Gestrüpp oder Totholz befreit worden, so dass sich Feuer nicht so leicht ausbreiten könnten. Die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) habe ihren Urlaub unterbrochen, um sich am Nachmittag selbst ein Bild vor Ort von der Lage machen.Explosionen und Hitze: Feuerwehr kann nur aus der Entfernung arbeiten“So eine Lage hat man als Feuerwehrmann wahrscheinlich nur einmal in seinem Leben“, sagt Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein vor Ort zu t-online. „Das Feuer breitet sich weiter unkontrolliert aus. Das bereitet uns große Sorgen.“Am Brandort befinden sich die Einsatzkräfte in einer schwierigen Lage. „Trümmerteile sind durch die Luft geflogen, es herrschte höchste Lebensgefahr für unsere Einsatzkräfte“, so Kirstein. „Sie mussten sich zurückziehen.“ Momentan könne deshalb nicht gelöscht werden – zu groß sei die Gefahr für die Einsatzkräfte.Hinzu kommt ein weiteres Problem: „Die Hitze spielt eine enorme Rolle in diesem Einsatz. Wir müssen die Einsatzkräfte in regelmäßigen Abständen austauschen, damit sie nicht überlastet werden“, so Thomas Kirstein von der Berliner Feuerwehr. Um 10 Uhr morgens hatte es bereits 29 Grad in Berlin-Nikolassee, am Nachmittag stieg die Temperatur auf 37 Grad an.Auch am Mittag waren immer wieder Knallgeräusche zu hören, wie ein t-online-Reporter vor Ort berichtet. „Das muss auf dem Sprengplatz gewesen sein, woanders liegt nichts“, sagt Feuerwehrsprecher James Klein. „Im Vergleich zu heute Morgen waren das aber der Lautstärke nach kleinere Detonationen – heute Morgen haben die Scheiben der Autos hier gewackelt, einen Kilometer entfernt“.Kampfmittelroboter und Panzerfahrzeug der Bundeswehr kommen anZiel sei es nun, einen Löschangriff aus der Entfernung zu starten. Aus der Luft sei unter anderem mithilfe von Drohnen ein Lagebild erstellt worden. Nach Angaben der Feuerwehr wurden bislang drei bis vier Glutnester aus der Luft identifiziert.Man versuche, mit jeder neuen Lagebewertung im Laufe des Tages näher an den Brand heranzukommen. Ein Räumpanzer der Bundeswehr sowie ein Roboter sollen sich dem Sprengplatz nähern und den Einsatzkräften vom Boden aus einen besseren Überblick verschaffen.Mit vier Kameras und Greifarm ausgerüstet, könne der Roboter näher an die Brandfläche herankommen, sagte Brigadegeneral Jürgen Karl Uchtmann am Donnerstag. Mithilfe von „Manipulationsfahrzeug Teodor“ können nach Bundeswehrangaben etwa „Kampfmittel und behelfsmäßige Sprengvorrichtungen auf Abstand entdeckt, identifiziert, bewertet und beseitigt werden“.Der Roboter werde mit einem gepanzerten Fahrzeug in die Sperrzone gebracht, erklärt Bundeswehr-Sprecher, Michael Peper, vor Ort. Der Einsatz des „Theodor“ werde einige Zeit in Anspruch nehmen, da das Gefährt sehr langsam fahre und den gesamten Sprengplatz inspizieren soll.Zur Frage eines möglichen Einsatzes eines Löschhubschraubers der Bundeswehr sagte Uchtmann, derzeit sei das über dem munitionsbelastetem Gebiet nicht sinnvoll. Der Helikopter müsste so hoch fliegen, dass er dann aus der Luft nicht gut ausreichend löschen könne. Es müsse auch verhindert werden, dass Munition möglicherweise „den Hubschrauber vom Himmel holt“.“Wir haben das Feuer umzingelt, mehr können wir gerade nicht machen“Feuerwehrsprecher Kirstein: „Momentan werden Schläuche verlegt und Waldwege bewässert. Wir bereiten uns darauf vor, den Waldbrand zu bekämpfen, sobald er den 1.000-Meter-Radius überschreitet“. Der Radius könne noch bis über den Mittag hinaus, möglicherweise sogar bis zum Abend bestehen bleiben, hieß es.Dafür wird auch Wasser aus dem See Krumme Lanke und der Havel genommen. Dieses muss mithilfe eines Löschbootes und diverser Fahrzeuge über drei Kilometer weit transportiert werden. Zwei Brandherde im Sperrradius im Wald werden mit Wasserwerfern der Polizei und Einsatzmitteln der Feuerwehr von Waldwegen aus beregnet – zum Löschen reicht die Entfernung jedoch nicht. „Wir haben das Feuer umzingelt, mehr können wir gerade nicht machen“, schildert Feuerwehrsprecher James Klein vor Ort.“Das wird ein sehr herausfordernder Einsatz. Das macht die Feuerwehr nicht gerne, einfach zuzuschauen, wie ein Brand sich unkontrolliert ausbreitet“, so Kirstein.15.000 Quadratmeter brennen im Grunewald – Warnung an BerlinerDas Feuer brennt aktuell auf einer Fläche von etwa eineinhalb Hektar, also rund 15.000 Quadratmeter, breitet sich jedoch weiter aus. Darin sei auch die Fläche des Sprengplatzes enthalten. Es sei davon auszugehen, dass die große Trockenheit in der Gegend den weiteren Verlauf des Feuers beeinflussen werde, hieß es.Kirstein mahnt gegenüber t-online: „Es ist wichtig, dass keine Berlinerinnen und Berliner den Wald betreten – auch wenn das der ein oder andere bei 40 Grad gerne machen würde“. Die Polizei fährt mit Lautsprecherwagen durch den Wald und warnt: „Es besteht Lebensgefahr. Verlassen Sie den Wald.““Extreme Gefahr“ in Berlin gemeldet – Avus gesperrtDie Warnapp Nina meldete am frühen Donnerstagmorgen wegen des Feuers „extreme Gefahr“: Die Menschen sollen die Gegend weiträumig umfahren und Lüftungen und Klimaanlagen ausstellen, Anwohner Fenster und Türen geschlossen halten.Es sei „mit Explosionsgeräuschen und Belästigung durch Rauchgase“ zu rechnen. Wohngegenden sind nach ersten Erkenntnissen der Feuerwehr jedoch nicht in Gefahr. „Das werden wir verhindern“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Donnerstagmorgen. Die nächsten Wohngebäude seien mindestens zwei Kilometer entfernt.Auch auf Twitter berichteten Nutzer von Explosionen: Mehrere Berliner wollen eine Explosion bis nach Spandau gehört haben. Ein anderer schreibt, dass er bereits kurz nach drei Uhr von „schweren, andauernden Explosionen“ aus dem Schlaf gerissen worden sei. Auch aus Halensee, Schlachtensee und Kleinmachnow kommen die Berichte.Wegen des Großbrands kommt es in Berlin-Nikolassee zu Sperrungen: Der Kronprinzessinnenweg und die Havelchaussee sind dicht. Außerdem ist die BAB115 (Avus) zwischen Spanischer Allee und Hüttenweg in beide Richtungen gesperrt. Nach Angaben der Verkehrsinformationszentrale Berlin soll das den ganzen Tag so bleiben. „Bitte meiden Sie den Bereich großflächig!“, mahnt die Berliner Feuerwehr per App.Bahnverkehr Berlin-Brandenburg und Fernverkehr unterbrochenAuch der Regional- und S-Bahnverkehr in Richtung Westen soll den ganzen Tag unterbrochen bleiben. Die S-Bahn-Linie S7 fährt von Berlin aus nur noch bis Grunewald, wie ein Bahnsprecher sagte.Beim Regionalverkehr werden demnach die Linien RE1 und RE7 derzeit mit Halt in Charlottenburg über Golm umgeleitet. Die Halte Potsdam Hauptbahnhof und Berlin-Wannsee entfallen. Die Linien RB21 und RB22 sind zwischen Berlin-Wannsee und Berlin-Friedrichstraße unterbrochen. Nach Potsdam gelangen Fahrgäste nach wie vor mit der S1.Im Fernverkehr ist lediglich die Intercity-Verbindung in Richtung Magdeburg/Hannover/Stendal/Amsterdam betroffen. Die IC-Züge werden derzeit über Spandau umgeleitet. Stopps in Berlin-Wannsee und Potsdam entfallen.Um 3.30 Uhr am frühen Donnerstagmorgen war die Feuerwehr zunächst wegen eines Vegetationbrandes alarmiert worden, wie Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein t-online vor Ort erzählt. Im Grunewald zeigte sich den Einsatzkräften dann ein anderes Bild: Der Sprengplatz stand in Flammen. https://www.t-online.de/region/berlin/id_100035318/grossbrand-im-berliner-grunewald-spezialtechnik-vor-ort-avus-weiter-gesperrt.html

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